Kippenkasten-Bauanleitung
Kostengünstiger Selbstbau mit Recycling-Materialien und Fun!
Du willst einen Kippenkasten bauen, hast aber nur wenig Werkzeug oder Erfahrung? Kein Problem! Lowtechies müssen nur improvisieren können und wollen und Zeit und Phantasie haben!
Die Bauanleitung ist bewusst so aufgebaut:
minimalster Materialeinsatz möglichst mit Recyclingmaterialien
nur einfaches handwerkliches Können erforderlich
Werkzeuge und Hilfsmittel, die in den meisten Haushalten vorhanden sind
Kosten durch Upcycling minimieren
Jeder kann und soll seiner Kreativität freien Lauf lassen!
Fotos vom Eigenbau und Verbesserungsvorschläge bitte an mich schicken!
- Do it yourself, Kippenkasten selber bauen, Kippenkasten Eigenbau
Bauteile DIY
Gehäuse:
Mögliche Lösungen sind z.B. eine Schublade (Holz oder Metall), eine Plastikbox, Verteilerkästen, Hausbriefkästen o.ä. (Ich hatte eine illegal entsorgte Metallschublade mit den Maßen 38,5×23,5×10,0 cm zur Verfügung). Diese Maße sollen aber nur zur Orientierung dienen.
Sollte das Gehäuse nicht stabil genug sein, kein Problem! Durch einen Innenausbau mit Holzresten ist leicht die erforderliche Stabilität herzustellen.
Innenausbau des Gehäuses ist bei der Upcycling-Methode oft sinnvoll:
Mögliche Hilfsmittel: Sperrholz / Bretter, die in Keller oder Garage liegen, alte Paletten oder Obstkisten vom Gemüsehändler um die Ecke.
Obstkisten sind ideal, wenn nur wenig Werkzeug zur Verfügung steht. Mit Hilfe eines Laubsägebogens oder eine Pucksäge lassen sich die Leisten (ca. 2mm stark) einfach auf die gewünschte Länge bringen. Mit beliebig vielen Lagen längs und quer verleimt (Holzleim, Heißklebepistole, Uhu, Quarkleim o.ä.) lässt sich jedes gewünschte Maß (Länge, Breite, Dicke) einfach herstellen. Keine Schraubzwingen verfügbar? Dann stelle ein Gefäß mit Wasser auf die Leisten, bis der Leim abgebunden hat.
Wer Zeit und Material sparen will, kann auch zusätzlich Korken auf ein erforderliches Maß zuschneiden und ankleben, falls die Grundmaße zu unpassend sind.
Aschenbecher:
Ca. 2/3 des Gehäuses einplanen.
Geeignet sind alle Lösungen, die eine transparente Front haben und einigermaßen hitzebeständig sind. (In unserem Bausatz verwendeten wir 2 rechteckige Blumenvasen aus Glas). Gut geeignet und kostengünstig zu haben sind auch Gastrobehälter, z.B. GN 1/9, aus Edelstahl für je 5 €. Steht nur ein Gefäß, aber mit geeigneten Maßen zur Verfügung, dann einfach eine Trennwand in der Mitte einziehen.
Möglich ist auch eine kleine Holzbox mit einer angeklebten Glasscheibe als Front (z.B. aus einem alten Bilderrahmen). In diesem Fall einfach den Boden mit etwas Sand bedecken oder innen mit Alu-Folie bekleben.
Wichtig: Die Aschenbecher müssen gut zugänglich und leicht zu entleeren sein.
Tafel:
Ca. 1/3 des Gehäuses einplanen.
Als Materialien eignen sich z.B. eine Schiefertafel aus alten Schulzeiten, Untersetzer aus Schiefer, wieder beschreibbare Folien, die abwaschbar sind (Mir dient eine Käsetafel aus Schiefer aus einer Werbeaktion). Zur Fixierung sind links und rechts zwei Haken ins Holz gebohrt, die zur Entnahme der Tafel mit der Hand zur Seite gedreht werden können. Zur Beschriftung am besten einen wasserlöslichen Stift verwenden (weiß, da der Kontrast zum Schiefer am größten ist).
Alles nicht vorhanden? Dann bringe ein Brett an und befestige darauf einen Zettel mit Tesa oder Reiszwecken!
Tür:
Beachte: Die „Tafel“ muss gut zugänglich und leicht zu entnehmen sein. Viele Stifte erfordern eine senkrechte Position beim Schreiben!
Die Tür sollte überwiegend transparent sein, bekommt zwei Löcher zum Einwurf der Kippen und idealerweise noch ein Briefkastenschloss. Außerdem sollten zwei Scharniere eingeplant werden (Geht auch ohne! Ggf. aus Leder 2 Streifen schneiden und kleben).
Das Material meiner Wahl war Acrylglas (4mm), da bruchfest und relativ einfach zu bohren. Am einfachsten im Internet oder im Baumarkt bestellen und dort auf die gewünschten Maße schon zuschneiden lassen. Beim Bohren der Löcher (Einwurf und ggf. Scharniere) mit niedriger Geschwindigkeit arbeiten, damit das Acrylglas nicht zu heiß wird! Vielleicht hat ein Freund oder Nachbar einen Stufen- oder Kegelbohrer, ansonsten mit einem kleinen Bohrer mehrere Löcher in einem Kreis anbringen und das Loch mit einer Rundfeile glätten. (Vielleicht gibt es in deinem Stadtteil auch schon eine „Leihbar“ für Werkzeuge.)
Wer 2 Glasscheiben zur Verfügung hat, muss natürlich einen Rahmen bauen und für den Einwurf eine Holzleiste o.ä. vorsehen.
Dach:
Hier einfach Bretter zusammenleimen und auf jeder Seite einige Zentimeter überstehen lassen. Mit 2 Spax- oder Blechschrauben fixieren oder ggf. leimen oder kleben.
Befestigung:
Möglichst den Kippenkasten in Augenhöhe anbringen!
Da ich mehrere mögliche Standorte testen wollte, verwendete ich einen L-förmigen Pfostenträger mit einem Dorn von ca. 25 cm Länge, der in die Erde gerammt werden kann. Ein daran befestigtes Brett trägt den Kippenkasten. Möglich ist eine Befestigung mittels Winkel am Boden des Kastens oder einfach das Brett auf der Rückseite des Kastens mit 2 Schrauben fixieren.
Denkbar sind auch Schellen, je nach Aufstellungsort und entsprechenden Befestigungsmöglichkeiten.
Am Pfosten habe ich noch auf ca. 1,2 m Höhe ein Holz angebracht, damit die Raucher ihre Kippe auch ausdrücken können, bevor sie durch den Einwurf abstimmen.
Zusätzlich lassen sich am Brett noch (laminierte) Infos zum Thema per Reißzwecke anbringen.
Planung:
Gehäuse vorhanden:
–> passende/n Behälter für die Kippen finden z.B.
Gastro-Behälter GN 1/9, Marmeladengläser oder Glasvasen
Aschenbecher vorhanden:
–> passendes Gehäuse finden oder bauen
Kosten:
Idealerweise gratis aus Recycling-Materialien, ansonsten zwischen 20-30 €
Das Wichtigste:
Der Joker des Kippenkastens ist die zweiwöchentlich wechselnde Frage!
Zusätzlich lässt sich noch einen QR-Code zur Kontaktaufnahme anbringen. Kann z.B. über https://www.qrcode-generator.de/ für eMail, Webadresse usw. gratis generiert werden. Dauerbeschriftung „KIPPENKASTEN“, „Kippen in den Kasten!“, „Stimm ab mit deiner Kippe!“ … nicht vergessen!
Materialliste:

